Donnerstag, 7. September 2017

Orphan X von Gregg Hurwitz

Ein rasanter Action-Thriller mit einem sympathischen Superhelden

Evan Smoak ist ein speziell ausgebildeter Elite-Agent. Bei dem sogenannten Orphan-Programm wurden Waisenkinder zu hocheffizienten Killern herangezogen. Sein halbes Leben mordete Evan für die Regierung. Jetzt lebt er als Schatten verborgen im Untergrund. Für seine Nachbarn ist Evan ein unauffälliger Verkäufer, doch seine Wohnung gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Der Ex-Agent hat es sich zur Aufgabe gemacht, denjenigen zu helfen, die verzweifelt sind und verfolgt oder bedroht werden, sich aber nicht an die Polizei wenden können. 

Als an jenem Tag das schwarze Telefon klingelt und ein Mädchen, das von einem korrupten Cop verfolgt wird, seine Hilfe braucht, ahnt Evan nicht, dass er bald gegen jede Regel und jedes Gebot nach denen er lebt, verstoßen wird.
Wichtigstes Gebot: Es ist nie persönlich….


„Orphan X“ von Gregg Hurwitz ist der Auftakt einer Action-Thriller-Reihe rund um den Agenten Evan Smoak. Ehrlich gesagt, mit Action-Thrillern habe ich nicht sehr viel am Hut, weder Filme dieses Genres noch die entsprechenden Bücher können mein Interesse so richtig wecken. Jack Reacher und Jason Bourne sind nicht meine favorisierten Superhelden. Evan Smoak hingegen schon!

Man merkt, dass Gregg Hurwitz nicht nur Bücher schreibt, sondern auch als Drehbuchautor für viele bekannte Hollywood-Studios fungiert. Schon die ersten Seiten waren wie Szenen aus einem Film und ich war sofort gefesselt und mitten drin in der Story. 

Die Idee, dass ein ehemaliger, für die Regierung arbeitender, perfekt ausgebildeter Top-Agent seine Ausbildung und sein Wissen nutzt, um anderen zu helfen, hat mir wirklich gut gefallen. Ein moderner Robin Hood, wenn man so will. 

Evan Smoak, als Hauptcharakter hat mich sehr beeindruckt. Hurwitz hat hier einen faszinierenden Protagonisten erschaffen. Evan, für seine Nachbarn der unauffällige Verkäufer von Industriereinigern, ist im wahren Leben knallhart, absolut durchtrainiert und unfassbar diszipliniert. Seine Wohnung gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Es gibt dort nichts Persönliches, außer eine Kräuterwand und eine Aloe Vera-Pflanze. Und trotz all der Perfektion hat Evan Smoak seine Menschlichkeit nicht verloren. Es gibt sie aber auch, die Momente der Einsamkeit, die der Einzelkämpfer zwangsläufig verspürt und die auch dem Leser nicht verborgen bleiben.

Gregg Hurwitz reflektiert zudem in einzelnen Kapiteln Evans Vergangenheit. Er gewährt interessante Einblicke in Smoaks früheres Leben und in die extrem harte Ausbildung, die er durchlaufen musste und die ihm zu dem machte was er heute ist.
Der Autor schreibt flüssig und angenehm, spannend und voller Action. Auch wenn hier knallharte Kampf- und Actionszenen beschrieben werden, die einem beim Lesen regelrecht erstarren lassen, so wirkt es dennoch nie übertrieben oder unglaubwürdig, Evans Handlungen waren für mich logisch und nachvollziehbar.

Auch wenn Evan Smoak als Hauptprotagonist absolut im Mittelpunkt steht, so hat Gregg Hurwitz dennoch genug Raum für Nebenfiguren gelassen, deren Leben und Geschichten perfekt mit der eigentlichen Story verschmelzen. 



„Orphan X“ von Gregg Hurwitz ist ein spannungsgeladener und ausgereifter Action-Thriller der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und gepackt hat. Ein sympathischer und ehrlicher Protagonist und ein interessanter Plot machen diesen Thriller zu einem echten Lesevergnügen. Ich bin gespannt, wie Gregg Hurwitz die Story um Evan Smoak weiterspinnt. Von mir bekommt „Orphan X“ eine absolute Leseempfehlung.



Buchtitel: Orphan X

Verlag : HarperCollins
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 10.03.2016
Flexibler Einband 384 Seiten
Sprache: Deutsch

Kommentare:

  1. Das hört sich nach genau meinem Buch an.
    Rezi zu dem zweiten Teil habe ich neulich auch gelesen und war begeistert, da kam mir Deine genau richtig. Vielen Dank Anja

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    1. Die Rezi zu Teil 2 hab ich auch schon gesehen und muss ich auch unbedingt noch lesen!

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