Montag, 1. Mai 2017

Sweetbitter von Stephanie Danler

Der Traum von New York

Tess hat ihr Literaturstudium beendet und möchte nichts sehnlicher als dem provinziellen Kleinstadtleben entkommen und in der Großstadt New York ihre wahre Berufung finden. 

Eigentlich wollte die junge Frau alles andere, nur nicht kellnern, doch mit 146 Dollar auf dem Konto bleibt ihr nichts anderes übrig als schnell Geld zu verdienen. Sie landet in einem edlen New Yorker Restaurant, in dem völlig eigene Regeln und Gesetze herrschen. 

Für Tess der Eintritt in eine ganz neue und faszinierende Welt…


„Sweetbitter“ von Stephanie Danler, mit seinem tollen Cover und dem ansprechenden Klappentext, hat in mir den Wunsch geweckt ein Buch zu lesen, in dem es um Genuss und Essen geht, um die verschiedenen Geschmacksrichtungen der Speisen und um die Leidenschaft des Kochens. Ich habe mir gewünscht, dass mir beim Lesen das Wasser im Munde zusammenläuft. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. 

Der Schreibstil der Autorin war ungewohnt und nicht einfach zu lesen, es dauerte ein paar Seiten, bis ich mich daran gewöhnt hatte. 

Anfangs war es sehr interessant und aufregend, Tess bei ihren Erfahrungen in einem großen Restaurant zu begleiten und einen Blick hinter die Kulissen zu erhalten, die vielen verschieden Abläufe kennenzulernen, von denen man als Gast in einem guten Restaurant nie etwas mitbekommt. Auch die Hierarchie unter den einzelnen Mitarbeitern, der Egoismus und der harte Ton, der teilweise unter ihnen herrscht und wie diese Eindrücke und Erlebnisse Tess bis in ihre Träume verfolgen, war wirklich interessant und unterhaltsam zu lesen. 

Stephanie Danler erzählt hier zwar die Geschichte eines erfolgreichen Restaurants, es geht hier aber nicht in der Hauptsache um Speisen und detaillierte Kochabläufe, die dem Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Danler beschreibt das Leben der Kellnerinnen und Kellner nach Geschäftsschluss. Alkohol, Drogen und Sex bestimmen die Nächte der Angestellten. Und mir stellt sich ernsthaft die Frage, ob dies das wahre Leben einer Kellnerin in einem noblen New Yorker Restaurant ist. Ob ihr Feierabend tatsächlich nur aus exzessivem Alkohol- und Drogengenuss besteht. Ich kann es mir schwer vorstellen. 

Die Charaktere die die Autorin für ihr Buch gewählt hat, waren mir generell zu oberflächlich, zu wenig greifbar. War Tess mir zu Beginn der Story noch sympathisch, so konnte ich im Laufe des Buches ihre Handlungen gar nicht mehr nachvollziehen. Auch die Beziehung zwischen Jake und Simone war mir suspekt, vielleicht habe ich den Sinn dahinter auch einfach nicht verstanden.



„Sweetbitter“ ist das Romandebüt von Stepahnie Danler in dem sie ihre Erfahrungen in der Welt der Gastronomie niedergeschrieben hat. Meine Erwartungen hat das Buch leider nicht entsprochen, denn anstatt in die Welt der Genüsse einzutauchen, bekam ich Alkohol und Drogen nach Feierabend. 

Kellnern ist ganz sicherlich ein anstrengender und unromantischer Knochenjob, doch ist das wirklich die knallharte, tagtägliche Realität einer Restaurantangestellten? Auch wenn der Blick hinter die Kulissen eines edlen Restaurants informativ und interessant war, so hat mich die Handlung in diesem Buch leider nicht hundertprozentig überzeugt. Anstatt bittersüß ist der Nachgeschmack bei mir eher etwas gallig. 

„Sweetbitter“ kann man lesen, muss man aber nicht!



Titel: Sweetbitter


Erscheinungsdatum Erstausgabe: 11.04.2017
Aktuelle Ausgabe: 11.04.2017
Verlag: Aufbau Verlag
Fester Einband 416 Seiten

Sprache: Deutsch

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