Freitag, 17. Februar 2017

The Message von Tibor Rode



Zum Inhalt:
Die Studenten des Anthropologie-Seminars haben den Gruppenchat „Charlie´s Eight“ gegründet, in dem sogar ihr Professor mitschreibt. Dann erhält Kathy eine mysteriöse Kettenmail mit einer Todesdrohung, die sie im Gruppenchat postet und die alle für einen blöden Scherz halten. Doch diese Nachricht ist die letzte, die die anderen Gruppenmitglieder von Kathy lesen. Danach ist Funkstille, die junge Frau nicht mehr zu erreichen. Am nächsten Morgen wird ihre Leiche in einem abgeschiedenen Moor gefunden. Als ein anderes Gruppenmitglied die gleiche unheimliche Nachricht erhält, bekommen es die übrigen Studenten mit der Angst zu tun…wird auch dieser Empfänger der Kettenmail unter rätselhaften Umständen ums Leben kommen…?

Wow, „The Message“ von Tibor Rode ist mal so ganz anders wie die Thriller die ich bisher gelesen habe und es waren einige. Denn hier liest und erlebt man die ganze Story ausschließlich als Chatnachrichten der einzelnen Protagonisten im Stil von WhatsApp. Der Gruppenchat wird von einer Gruppe Studenten betrieben, die im Rahmen ihres Anthropologie-Seminars die Moorleiche „Charlie“ sezieren und untersuchen. Eins der Mitglieder, Kathy bekommt eine äußerst mysteriöse Kettenmail und die Bedrohung, die von dieser ausgeht, wird erstmal von keinem ernst genommen, bis das Schicksal seinen Lauf nimmt. Trotz des ungewöhnlichen Stils bekommt der Leser doch einen ganz guten Einblick in die Gruppe und die einzelnen Charaktere. Ich hätte nie gedacht, dass solch eine Art von Thriller so wahnsinnig spannend und fesselnd sein kann. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und mich in der Tat richtig gegruselt. Irgendwie war das wie bei dem Film „Blair Witch-Projekt“ nur in geschriebener und nicht in visueller Form. 

„The Message“ von Tibor Rode ist modern, anders und absolut genial und außergewöhnlich. Spannend von Anfang bis zum Ende, fesselnd und mit absoluten Grusel-Gänsehaut-Momenten. Das Cover finde ich sehr passend, ansprechend und macht definitiv Lust auf dieses Buch und seinen Inhalt. Ich bin begeistert und spreche hier eine absolute Leseempfehlung für diesen ungewöhnlichen Thriller aus!

Das Buch kann hier bestellt werden:
The Message

BEthrilled (17. Januar 2017)
ISBN: 978-3-7325-3290-2

Frost & Payne - Staub und Kohle von Luzia Pfyl

Zum Inhalt: 
Frost & Payne überleben mit viel Glück den Hauseinsturz und kommen mit Gott sei Dank nur kleineren Verletzungen davon. Doch dann werden sie von Inspektor Flannagan von Scotland Yard wegen Mordes verhaftet. Auf der Zugfahrt zurück nach London werden sie jedoch von Unbekannten angegriffen und überleben nur durch eine waghalsige Flucht. Wer und vor allem warum trachtet ihnen jemand nach dem Leben? 
Und dann ist da immer noch David, der in einem Keller den Experimenten eines Unbekannten ausgeliefert ist… 

Bei „Frost & Payne – Staub und Kohle“ von Luzia Pfyl handelt es sich um Teil 4 der Steampunk-Reihe. Die Geschichte nimmt nun so richtig Fahrt auf und ich war sofort wieder mitten im Geschehen. Die Autorin schreibt aber auch wirklich packend und mit viel Atmosphäre. Frost und ihrem Partner Payne wird übel mitgespielt und nicht nur die beiden fragen sich, wer es auf sie abgesehen hat, auch als Leser fiebert man mit und rätselt, wer die unbekannten Angreifer sein könnten. Das ist aber nicht die einzige Frage, die mich umtreibt, wie wird es wohl mit Payne und seiner Frau weitergehen, werden die beiden ihre Tochter überhaupt lebend wiedersehen? Wird die Ehe der beiden das alles überstehen? Scheinbar entwickeln sich ja zarte Bande zwischen Lydia und Jackson und ich bin sehr gespannt, in welche Richtung Luzia Pfyl das vorantreibt. Schön, dass die Autorin dem Leser auch wieder Einblick in den Keller gewährt, in dem David Cassidy die Experimente seines Peinigers über sich ergehen lassen muss. David ist in meinen Augen sehr tapfer und ich hoffe sehr, dass er eines Tages aus seinem Gefängnis entkommen kann. Da hilft nur weitermachen mit Band 5. Ich freu mich! 

„Staub und Kohle“ hat gezeigt, wie gekonnt Luzia Pfyl der Geschichte und den Charakteren Leben einhaucht und ihnen, wie auch der Story die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln. Ich wünsche mir und habe gleichzeitig Sorge, ob das Konzept auf Dauer aufgeht. Insbesondere möchte ich erwähnen, dass mir bis jetzt die Auswahl des Covers außerordentlich gut gefallen hat. Sie passen immer perfekt zu dem jeweiligen Titel des Buches. Ich freue mich auf Teil 5 und gebe für Teil 4 und die gesamte Reihe eine Leseempfehlung!

Das Buch kann hier bestellt werden:
Frost & Payne - Staub und Kohle

Verlag: Greenlight Press; Auflage: 1 (9. Dezember 2016)

Dienstag, 14. Februar 2017

Flächenbrand von Moa Graven

Zum Inhalt: 
Jan Römer hat sich auf einen alten Bauernhof auf dem Land zurückgezogen. Auf einem Spaziergang mit Chief, seinem Hund aus dem Tierheim, stolpert er mehr oder weniger über eine übel zugerichtete Leiche und direkt in einen neuen Fall. Zusammen mit seiner Kollegin Lisa Berthold leitet er die Ermittlungen als kurze Zeit später erneut ein Mord passiert. Schon bald haben die Ermittler ihr Augenmerk auf eine Wohngruppe in Tannenhausen gelegt, dort leben schwer erziehbare Jugendliche. Ist einer der Bewohner tatsächlich zu solch brutalen Taten fähig? Jan und Lisa stoßen bald auf eine heiße Spur… 

„Flächenbrand“ von Moa Graven ist der 5. Fall für Jan Krömer, für mich war es jedoch absolutes Neuland. Der Einstieg ins Buch klappte problemlos und der Leser wird alsbald mit der ersten Leiche konfrontiert, was natürlich die Neugier auf den oder die Täter wachsen lässt. Gerade deswegen haben mir auch die kurzen und knappen Kapitel gut gefallen, auch der Schreibstil von Moa Graven ist leicht und flüssig zu lesen. Leider gehen die Ermittlungen erkennbar nur in eine Richtung und andere Möglichkeiten oder Wendungen werden völlig außer Acht gelassen. Das Ende war dadurch vorhersehbar, das Tatmotiv absolut erschreckend, wurde aber zu schnell abgehandelt, was ich schade fand. Die Charaktere waren mir allesamt zu oberflächlich, es fehlte Tiefgang, und Persönlichkeit. Möglicherweise lag es auch einfach daran, dass ich bei Band 5 eingestiegen bin und die Vorgeschichte von Jan Krömer einfach nicht kenne und mir deswegen wichtige Details fehlen. Ein typischer Ostfrieslandkrimi war „Flächenbrand“ eigentlich auch nicht. Es fehlen die für solche Krimis bezeichnenden Landschaftsbeschreibungen, so hätte die Handlung in diesem Fall auch in jedem anderen Ort Deutschlands stattfinden können, der Leser hätte es vermutlich nicht bemerkt. Wie das Cover - was mir übrigens außerordentlich gut gefällt - und der Titel des Buches mit dem Inhalt in Zusammenhang stehen, hat sich mir leider auch nicht so ganz erschlossen. 

„Flächenbrand“ von Moa Graven ist ein solider und nett zu lesender Krimi, bei dem leider das Potential, das durchaus in der Handlung steckt, bei weitem nicht ausgeschöpft wurde. Die Spannung kam bedauerlicherweise durch einseitige und vorhersehbare Ermittlungen zu kurz. Vielleicht ist es besser, die Reihe von Anfang an zu lesen und nicht mittendrin einzusteigen, ich kann leider nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. 

Das Buch kann hier bestellt werden:
Flächenbrand

Verlag: cri.ki-Verlag (25. August 2016)
Taschenbuch: 240 Seiten
ISBN-13: 978-3945372821

Sonntag, 12. Februar 2017

Dort unten stirbst Du von Moe Teratos

Zum Inhalt:
Jana Heinkamp arbeitet zusammen mit ihrer Schwester Polly in der elterlichen Konditorei. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Jana ist pummelig, tollpatschig und frustriert und fühlt sich zudem von ihren Eltern immer mehr zurückgesetzt. Polly hingegen ist der Schwarm aller Männer, verlobt mit dem gut aussehenden Björn und Papas Liebling. Doch die junge Frau ist schwanger und dummerweise nicht von ihrem Verlobten sondern vom Azubi aus der Konditorei. Polly will das Kind heimlich in Holland abtreiben, das vertraut sie ihrer Schwester Jana noch an und dann ist Polly von einem Tag auf den anderen verschwunden. Benjamin hingegen weiß nicht, wer seine Eltern sind. Angeblich wurde er von seiner Mutter ausgesetzt wie ein Tier. Im Heim aufgewachsen ist dem Jungen nur Schlimmes widerfahren, was ihn zu einem gestörten Einzelgänger hat werden lassen. Doch so alleine wie es zuerst scheint, ist er nicht. Benjamin entführt Frauen und hält sie in seinem ausgebauten Keller in Zellen gefangen, nicht alle sind mehr am Leben und doch sind noch alle irgendwie bei ihm…

„Dort unten stirbst Du“ ist mein erstes Buch von Moe Teratos und mich hat definitiv die angekündigte Brutalität, die in diesem Thriller beschrieben wird, neugierig gemacht und ich bin tatsächlich auf meine Kosten gekommen. Die Autorin erzählt in kurzen und knappen Kapiteln jeweils aus der Sicht des Täters, sowie aus der Sicht von Jana, die sich mit dem Verlobten ihrer Schwester auf der Suche nach dieser befindet. Benjamin hat keine schöne Kindheit erlebt, seine Mutter hat ihn alleine gelassen, ausgesetzt, seinem Schicksal überlassen. Wer sie oder sein Vater ist, weiß er nicht. Deshalb muss er die Welt von den Frauen befreien, sieht in jeder seine verantwortungslose Mutter oder die Frauen, die ihn in seinem Leben schon erniedrigt und gehänselt haben. In seinem umgebauten Keller bewahrt er deshalb seine zufällig erworbenen Errungenschaften auf und foltert sie auf brutalste Weise uns immer zu Tode. Hier spart die Autorin wirklich nicht am Ekelfaktor, da drehte sich selbst mir, als abgehärtete Thriller-Leserin kurzzeitig mal der Magen um. Teratos lässt hier wirklich kein noch so grausames Detail aus. Schaurig, ekelerregend, einfach herrlich! Die Charaktere der Protagonisten fand ich teilweise zu oberflächlich und etwas unglaubwürdig in ihren Handlungen. Auch bei dem Psychopathen Benjamin fehlten mir etwas mehr Hintergrundinformationen zu seinem früheren Leben. Das Ende war mir irgendwie zu lasch, da hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Im Allgemeinen wirkt die Story stellenweise nicht zu Ende gedacht. Dennoch standen für mich die Grausamkeiten und die Aktivitäten des Mörders im Vordergrund und hiermit konnte die Autorin bei mir absolut punkten.

„Dort unten stirbst Du“ von Moe Teratos ist von der Handlung her sicherlich nicht der beste Thriller, stellenweise wirkte die Story nicht wirklich durchdacht, die Protagonisten haben wenig Tiefgang, zu wenig Charakter. Aber das Buch war flüssig und spannend zu lesen und die angekündigten grausamen Szenen wirklich hart an der Grenze des Erträglichen und genauso habe es erwartet und mir gewünscht. Diesbezüglich hat die Autorin also alles richtig gemacht, ich habe mich definitiv gut unterhalten und ausreichend angeekelt gefühlt. Dieser Thriller ist absolut nichts für empfindliche Mägen und schwache Nerven! Für all die Leser, die gewalttätige, brutale und wirklich eklige Szenen lieben kann ich hier eine Leseempfehlung aussprechen.

Das Buch kann hier bestellt werden:
Dort unten stirbst Du

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (27. Oktober 2014)
Taschenbuch: 260 Seiten
ISBN: 978-1480208384

Freitag, 10. Februar 2017

Sterben: Eine Erfahrung von Cory Taylor


Zum Inhalt:
Die australische Schriftstellerin Cory Taylor ist schwer an Krebs erkrankt. In dem Teil des Gehirns, welcher für die Bewegungen der Gliedmaßen der rechten Körperseite verantwortlich ist, wächst ein großes Melanom. Es folgt eine OP und 2015 kommt die tragische Gewissheit, dass Cory nicht mehr lange zu leben hat. Fast ihr ganzer Körper ist mittlerweile von Metastasen befallen. In nur wenigen Wochen schreibt die todkranke Cory dieses lebensbejahende und tröstende Buch…

„Sterben: Eine Erfahrung“ von der mittlerweile verstorbenen Autorin Cory Taylor hat mich sehr berührt.  Nachdem Cory erfährt, dass der Krebs ihrem Leben bald ein Ende setzen wird, schreibt sie dieses Buch für ihre Familie, für andere Betroffene, aber ich denke in erster Linie für sich selbst. In beeindruckender Weise stellt sie sich den Fragen, die sie, auch als nicht religiöser Mensch, beschäftigen. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Oder vielleicht eine Liste mit Dingen, die sie unbedingt vor ihrem Tod noch tun will? Hat sie Angst vor dem Sterben? Ist sie risikobereiter geworden, seit sie weiß, dass ihre Zeit bald abgelaufen ist? Was wird sie wohl am meisten vermissen und wie wird die Welt sie in Erinnerung behalten? Auf all diese Fragen gibt Taylor Antwort, ehrlich, klug und direkt. Auch das Thema Suizid hat Taylor immer wieder beschäftigt. In ihrem Buch geht sie auf die Möglichkeiten des selbstbestimmten Sterbens ein und  bringt ihr Erstaunen zum Ausdruck, warum dies in der heutigen, modernen Gesellschaft immer noch ein großes Tabuthema zu sein scheint. Besonders berührt hat mich Corys ehrliche Reflektion auf ihr Leben und ihre Familie. Cory Taylor schrieb die Geschichte über ihr Sterben sehr ergreifend und gefühlvoll, ich habe ihre Zeilen gerne gelesen und sie trotz aller Dramatik als eine Ode an das Leben empfunden.

„Sterben: Eine Erfahrung“ von Cory Taylor ist ein Buch, das von dem Schwierigsten erzählt, was jeden von uns irgendwann widerfahren wird: Das Sterben. Ob es uns nun selbst betrifft oder jemand in unserem Umfeld, irgendwann werden wir alle damit konfrontiert. Cory Taylors Geschichte über ihr Sterben, ist neben aller Traurigkeit vor allem eines, voller Kraft, Mut und Hoffnung und eine Hommage an das Leben. Berührend und absolut lesenswert!

Das Buch kann hier bestellt werden:
Sterben: Eine Erfahrung von Cory Taylor

Verlag: Ullstein Buchverlage (10. Februar 2017)
Hardcover, 176 Seiten
ISBN-13 9783793423188

Mittwoch, 8. Februar 2017

Herbstlande von Fabienne Siegmund, Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser

Zum Inhalt:
Scarlett Hayden und ihr Lebensgefährte Nathan wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind zu bekommen. Weil Nathan seine junge Frau diesbezüglich permanent unter Druck setzt, fühlt sich Scarlett schon völlig verzweifelt. In ihrem Trübsinn erinnert sich Scarlett an einen alten Zauber, den sie jedoch in ihrer Ungeduld völlig falsch anwendet und somit eine wichtige Regel bricht. Ein folgenschwerer Fehler, denn dadurch setzt sich eine schicksalhafte Kette von Ereignissen in Gang. Kurz darauf haben Scarlett und Nathan einen schweren Autounfall, woraufhin ihr Geliebter ins Koma fällt. Die junge Frau erinnert sich an den missratenen Wunsch und sieht nur eine einzige Chance, Nathan zu retten und ihn zurück ins Leben zu holen. Sie muss den beschwerlichen und auch gefährlichen Weg in eine Welt voller Magie und fantastische Wesen antreten, eine Reise die im September beginnt und hoffentlich im November endet, denn in den Herbstlanden lebt die Kürbiskönigin und nur sie kann Scarlett um Nathans Erlösung bitten…

„Herbstlande“ ist ein Gemeinschaftswerk der Autoren Fabienne Siegmund, Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser und ein ganz bezauberndes und wundervolles Buch von Anfang bis zum Ende! Der Einstieg ins Buch ging völlig problemlos und ich war sogleich absolut gefesselt von der Geschichte. Scarlett und Nathan wünschen sich ein Baby, wobei ich den Eindruck hatte, dass Nathan regelrecht von diesem Wunsch besessen ist und die junge Scarlett permanent unter Druck setzt, ja ihr sogar Vorwürfe macht. Ein äußerst unangenehmer Mensch! Ich habe in Gedanken oft mit Scarlett geschimpft, warum sie sich bedingungslos alles von Nathan gefallen lässt, sich selbst gar nicht mehr wahr nimmt und nur noch dafür lebt, Nathan glücklich zu machen. Um endlich schwanger zu werden greift Scarlett zu einem alten Zauber der zu einer Katastrophe führt und Scarlett unmittelbar in ein großes Abenteuer stürzt. Und mich gleich mit. Die beschwerliche, gefährliche aber auch wundervolle Reise durch die Herbstlande war nicht nur für Scarlett eine große Erfahrung mit vielen fantastischen und wundersamen Begegnungen, sondern auch für mich. Wo findet man schon Laubdrachen, Wesen die durch hunderte von einzelnen Blättern zum Leben erweckt werden, oder Kürbiswichtel, Trolle und Mitternachtsraben? In den Herbstlanden sind sie alle vereint, verteilt auf die Gefilde der Länder September, Oktober und November. Den Autoren ist es gelungen, eine fantastische und traumhafte Welt zu erschaffen, die sie mit wunderschönen Worten beschreiben und mich absolut verzaubert haben. Dazu die grandiosen und ausdrucksstarken Illustrationen von Jana Damaris Rech, die die Herbstlande zusätzlich zum Leben erwecken, ihnen ein Gesicht geben und sie somit dem Leser noch näher bringen. Mehr will ich hier gar nicht verraten, mir fehlen auch immer noch die Worte, einfach eine traumhaft schöne Geschichte. 

„Herbstlande“ erzählt von der fantastischen und wundervollen Reise durch eine Welt voller Gefahren, wundersamen Wesen und der Suche nach sich selbst. Das Buch ist zauberhaft, mit viel Atmosphäre und Liebe geschrieben. Ich habe jede Zeile genossen, habe mit der Protagonistin Freud und Leid hautnah geteilt. Von mir gibt’s eine absolute, uneingeschränkte und von Herzen kommende Leseempfehlung. 

Das Buch kann hier bestellt werden:
Herbstlande

Verlag: Torsten Low (22. Oktober 2016)
Softcover, 362 Seiten
ISBN 978-3-940036-40-7

Freitag, 3. Februar 2017

Nachts in meinem Haus von Sabine Thiesler


Zum Inhalt:
Tom ist Maler, millionenschwer und glücklich mit seiner Frau Charlotte verheiratet. Dennoch hat er eine Affäre mit der Frau seines besten Freundes und Anwalts Rene. Bei einem ihrer Schäferstündchen im Haus von Tom passiert ein dramatisches Unglück, worauf hin Tom überstürzt und unter Schock aus Deutschland fliehen muss. Er verschanzt sich in einem kleinen unscheinbaren Dorf in Italien. Dort ist der Maler nicht nur völlig allein und auf sich gestellt, Tom fühlt sich schnell eingesperrt und verfolgt. Was noch schlimmer an ihm nagt ist die Erkenntnis, dass er niemandem mehr vertrauen kann. Die Angst und die Verzweiflung treiben Tom zu einer schwerwiegenden und verhängnisvollen Entscheidung…

„Nachts in meinem Haus“ von Sabine Thiesler handelt von dem Millionär und Kunstmaler Tom, dessen Leben durch ein tragisches Unglück zerstört wird. Das Buch startet rasant und hat mir den Einstieg in die Story sehr leicht gemacht. Neugier und Vorfreude auf den Fortgang der Geschichte machten sich in mir breit. Doch je weiter ich Toms dramatische Flucht und die Ereignisse, die diese mit sich bringt verfolgte, umso enttäuschter wurde ich. Anstatt steigender Spannung erwarten den Leser nämlich langweilige Klischees, unglaubwürdige sowie konstruiert wirkende Handlungen und durchweg oberflächliche Charaktere. Liest sich ein bisschen wie das Drehbuch einer seichten Sonntag-Abend-ZDF-Schmonzette. Allerdings war ich, trotz über 500 Seiten, mit dem Buch in null Komma nix durch, was vermutlich am Schreibstil der Autorin lag, der leicht und locker zu lesen war und daran, dass eine Art von erstaunt-verwirrter Voyeurismus mich nahezu dazu zwang, weiterzulesen. Mit dem Ende hätte ich so dann doch nicht gerechnet und hat mich dementsprechend positiv überrascht. Im Großen und Ganzen habe ich mich doch gut unterhalten gefühlt, manchmal braucht es eben zwischendurch auch mal leichte, seichte Lesekost, vergleichbar mit einem kurzweiligen Sonntag-Abend-Schnulzenfilm. Klingt jetzt irgendwie komisch, ist aber schwer mit Worten zu erklären.

„Nachts in meinem Haus“ von Sabine Thiesler ist keinesfalls Krimi oder Thriller (was das Buchcover aber auch nicht verspricht) und ich kann gut nachvollziehen, warum eingefleischte Thiesler-Fans mehr als enttäuscht von diesem Buch sind. Das was an Klischees, Oberflächlichkeit und Unglaubwürdigkeit zu viel war, war an Spannung und Nervenkitzel definitiv zu wenig. Ich hatte mir weit mehr erwartet. Dennoch fand ich die Story stellenweise wirklich unterhaltsam, der Einstieg war spannend, das Ende überraschend und der Plot interessant, nur war die Umsetzung insgesamt leider etwas unglücklich. Schade! 

Das Buch kann hier bestellt werden:
Nachts in meinem Haus

Verlag:Heyne (9. Januar 2017)
Hardcover, 512 Seiten
ISBN: 978-3-453-26969-9