Samstag, 22. April 2017

Das Scherbenhaus von Susanne Kliem


Zum Inhalt:
Carla Brendel führt mit ihrem Schwager ein renommiertes Restaurant in ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland in der sie auch ein hübsches kleines Bauernhaus bewohnt. Seit dem Krebstod ihrer Schwester sind Familie und Freunde enger zusammengerückt. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht der Stalker, der Carla seit Monaten das Leben zur Hölle macht und ihr bedrohliche Fotos schickt. Dann meldet sich aus heiterem Himmel ihre Halbschwester Ellen, die in Berlin lebt und Carla um ein Gespräch bittet. Doch kurz nach deren Ankunft in Berlin verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Carla beschließt in die luxuriöse Wohnanlage „Safe Haven“ zu ziehen, die mit dem Neuesten an Sicherheitstechnik ausgestattet ist. Hier fühlt sie sich sicher und beschützt. Die Frage, ob Ellens Tod ein Unfall oder ein Verbrechen war, lässt die junge Frau nicht zur Ruhe kommen und sie beginnt über die Bewohner der Hausgemeinschaft nach Antworten zu suchen. Je länger Carla in „Safe Haven“ lebt, desto seltsamer kommen ihr die Bewohner vor. Es scheint, als würden alle nach eigenen Regeln und Gesetzen leben und in Carla Brendel wächst die Vermutung, hinter dem Schweigen der Hausbewohner ein Geheimnis schlummert. Noch ahnt Carla nicht, wie recht sie damit hat und in welch tödlicher Gefahr sie sich befindet…

„Das Scherbenhaus“ von Susanne Kliem ist neben „Trügerische Nähe“ das zweite Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe. Und wieder war ich absolut begeistert und gefesselt von Susanne Kliems klarem Schreibstil und die Art und Weise wie intelligent sie ihre Psychothriller schreibt und aufbaut. Je tiefer man in die Story eintaucht, „Safe Haven“ und seine Bewohner näher kennen lernt, desto mehr erfasst einem eine subtile Stimmung und absoluter Nervenkitzel. Sollte das moderne Haus mit all seiner Sicherheitstechnik doch ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, so bewirkte es bei mir – zu Recht wie sich herausstellt – das absolute Gegenteil. Auch wenn nicht wirklich viel passiert, so ist man doch permanent in Alarmbereitschaft und steht unter einer ganz besonderen Anspannung, so als wäre man selbst in „Safe Haven“ zu Hause. Susanne Kliem führt den Leser durch verschiedene Wendungen immer wieder in die Irre, so dass man bis zum Schluss im Dunkeln tappt. Zwar hatte ich einen Verdacht bezüglich des Täters, war mir aber nie wirklich sicher. Die Charaktere sind der Autorin für meine Begriffe perfekt gelungen. Sie sind vielschichtig, authentisch und überzeugend und alle sind miteinander verbunden durch ein Konstrukt von Macht, Intrige und Abhängigkeit. Auch wenn das Ende ein kleines bisschen konstruiert wirkt und ich im ersten Moment etwas enttäuscht zurückgelassen wurde, hat mich das Buch wirklich überzeugt.

Geprägt von einer faszinierenden Kulisse, ist „Das Scherbenhaus“ von Susanne Kliem ein wirklich gelungener und hochspannender Psychothriller voller Atmosphäre, der durch seine permanent bedrückende Stimmung, auch ohne viel Action, für einen ganz besonderen Nervenkitzel sorgt. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und habe mich aller bestens unterhalten gefühlt. Von mir gibt’s eine absolute Leseempfehlung!

Das Buch kann hier bestellt werden:
Das Scherbenhaus von Susanne Kliem

Verlag: carl's books (20. März 2017)
Klappenbroschur, 336 Seiten
ISBN-978-3570585665

Das Friedmann-Haus von Peter Martin


Zum Inhalt:
In Berlin-Schöneberg steht das wunderschöne, denkmalgeschützte und leicht heruntergekommene Friedmann-Haus. In den letzten Wochen sind aus diesem Schmuckstück drei Personen verschwunden, die junge Frau Lea, der Hausmeister sowie eine Geschäftsfrau. Es gibt keine Spuren eines Verbrechens, es scheint als wären die Personen mitten aus dem Leben gerissen worden, ja fast so, als hätten sie sich in Luft aufgelöst. Die Polizei hat keine Anzeichen und Hinweise, die auf ein Verbrechen schließen lassen, auch konnten keine Zusammenhänge zwischen den einzelnen Vermissten hergestellt werden, außer der Tatsache, dass alle drei im Friedmann-Haus lebten. Der junge Szenejournalist und Blogger Jan will dem Geheimnis um die verschwundenen Personen auf den Grund gehen und zieht in die Wohnung der vermissten Lea. Schon bald passieren Dinge, die Jan sich nicht erklären kann, unheimlich, übernatürlich und gefährlich…

„Das Friedmann-Haus“ von Peter Martin hat mich angesprochen, weil der Klappentext einen etwas anderen Thriller verspricht und genau das hat das Versprechen auch gehalten. Zusammen mit dem Blogger und Szenejournalisten Jan zieht der Leser in das düstere Friedmann-Haus ein, um dem Geheimnis um die dort verschwundenen Personen zu lüften. Der junge Mann befragt die Bewohner des Hauses, die fast alle äußerst verschlossen und abweisend reagieren und alle irgendwie einen an der Klatsche haben, so scheint es zumindest. Bald geschehen gruselige und nicht erklärbare Dinge in dem alten Haus und mit Jan, die mir durchaus die eine oder andere Gänsehaut über den Rücken gejagt haben. Der Autor hat den Plot in zwei Teile aufgeteilt, zum einen beschreibt er Jans Recherchen und Erlebnisse, zum anderen bekommt der Leser Einblick in die Blogeinträge des jungen Mannes und kann so an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben. Die Aufteilung hat mir gut gefallen, überhaupt hat mich der Thriller von Anfang an gefesselt, denn Peter Martin jagt den Leser förmlich durch das Buch, ständig passiert irgendetwas Neues auf das man sich einlassen muss. Das Ende und die Auflösung war schlüssig und wenn man sich vor Augen hält, dass es sich um keinen gewöhnlichen Thriller handelt, durchaus nachvollziehbar.

„Das Friedmann-Haus“ von Peter Martin ist kein gewöhnlicher Thriller, ich würde ihn eher in das Genre Mystery/Horror“ einordnen, denn in diesem Buch geschehen Dinge, die den Leser in andere Dimensionen entführt. Der Autor hat ein spannendes, atmosphärisches und gruseliges Szenario geschaffen und zwar dort, wo der Mensch sich bekanntlich am wohlsten und am sichersten fühlen sollte, in seinem Zuhause. „Das Friedmann-Haus“ hat mich gedanklich noch eine Weile beschäftigt, vor allem dann beim Einschlafen. Auch wenn Peter Martin für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr in die Vollen ging, bekommt er von mir für seinen ungewöhnlichen und spannenden Thriller eine absolute Leseempfehlung.

Das ebook kann hier bestellt werden:
Das Friedmann-Haus von Peter Martin

Verlag: BEthrilled von Bastei Lübbe (1. April 2017)
314 Seiten
ISBN: 978-3-7325-2680-2

Ragdoll - Dein letzter Tag von Daniel Cole


Zum Inhalt:
Im berühmten und ehrwürdigen Gerichtsgebäude Old Bailey in London ereignet sich im Jahr 2010 ein ungewöhnlicher Zwischenfall. Detektive William Layton-Fawkes rastet beim Freispruch des mutmaßlichen und sogenannten Feuerbestatters vollkommen aus. Er geht auf ihn los, prügelt diesen fast zu Tode und landet danach in der Psychiatrie .4 Jahre später kehrt Fawkes kurz Wolf genannt nach seiner Suspendierung in den Polizeidienst zurück und wird gleich zu einem schrecklichen Mordfall gerufen. Das was Wolf uns sein Team in einer verlassenen Wohnung vorfinden, ist grausam und bizarr. Eine Leiche, zusammengenäht aus sechs verschiedenen Körperteilen die aussieht wie eine Flickenpuppe, eine sogenannte Ragdoll. Während Wolf und sein Team noch ermitteln, erhält die Journalistin und Ex-Frau von Wolf eine Liste zugespielt, auf der sich die Namen weiterer sechs Todesopfer samt Todestag und Uhrzeit befinden. Wolf setz alles daran, den Mörder zu finden und das Leben der Menschen auf der Liste zu retten, denn nicht nur ihr Leben ist in Gefahr, auch Wolf betrifft der Fall persönlich, denn der letzte Name auf der Liste ist sein eigener...

„Ragdoll – Dein letzter Tag“ ist das Thriller-Debüt von Daniel Cole, der Auftakt einer Reihe und gleich von Beginn an spannend und fesselnd. Detektive William Layton-Fawkes, kurz nur Wolf genannt, muss sich mit einem äußerst grausamen Serienmörder befassen, der seine nächsten Opfer auf einer Liste zusammengestellt und diese der Presse zugespielt hat. Für Wolf ein ganz persönlicher Fall, denn der letzte Name auf der Liste ist sein eigener. Es folgen dramatische Rettungsaktionen der mutmaßlichen Opfer und eine medienpräsente Jagd nach dem Serienmörder. Daniel Cole erzählt dies alles auf eine detailreiche und grausame Weise. Als Leser hat man das Gefühl, hautnah dabei zu sein, was Spannung pur bedeutet und den Thriller zu einem echten Pageturner macht. Dennoch bedient sich der Autor leider an einigen gängigen Klischees, die sich vor allem in den Charakteren der einzelnen Protagonisten widerspiegeln. Da wäre zum einen der polarisierende Einzelkämpfer Wolf, der wie könnte es anders sein, natürlich mit einer Exfrau aufwarten kann, dazu mit psychischen Problemen und einem Fall, der so persönlich ist, dass er eigentlich davon abgezogen werden müsste. Seine Partnerin in der Mordkommission ist vermutlich ihn in verliebt und hat ein Alkoholproblem. Das alles hätte der wirklich packende, mit verschiedenen Handlungssträngen versehene und ungewöhnliche Plot nicht nötig. Einzig der Neuling im Team, der junge Edmunds hat mir mit seiner ruhigen aber zielstrebigen und effektiven Arbeit wirklich gut gefallen. Das Ende konnte mich nicht so wirklich überzeugen, hier hätte ich einen Epilog schön gefunden. Allerdings wird es ja eine Fortsetzung geben und ich bin gespannt, ob Daniel Cole sich noch weiter steigern kann, Luft nach oben ist definitiv gegeben.

„Ragdoll – Dein letzter Tag“ von Daniel Cole ist definitiv ein spannender, packender und auch ungewöhnlicher Thriller mit kleinen Schwächen. Ich bin sehr gespannt, wie sich der Autor wie auch die Protagonisten im Laufe der Reihe weiterentwickeln. Ragdoll hat mich definitiv gut unterhalten und ich gebe gerne eine Leseempfehlung.

Das Buch kann hier bestellt werden:
Ragdoll - Dein letzter Tag von Daniel Cole

Verlag: Ullstein Buchverlage (27. März 2017)
Taschenbuch, Klappenbroschur, 480 Seiten
ISBN-13 9783548289199


Montag, 17. April 2017

Die letzte Farbe des Todes von Philipp Reinartz


Zum Inhalt:
Aus dem Berliner Westhafen wird eine als Matrose kostümierte Leiche geborgen, mit einem seltsamen lilafarbenen Punkt im Nacken. Ein Fall für den Leiter der neu gegründeten Sondereinheit der Berliner Mordkommission. Jerusalem „Jay“ Schmitt findet  schnell heraus, dass es sich bei dem Toten um den Chef eines renommierten Berliner Hotels handelt. Nachdem in verschiedene Richtungen ermittelt wird, taucht bald eine zweite Leiche auf, ebenfalls mit einem farbigen Punkt im Nacken markiert. Jerusalem Schmitt sucht nach Berührungspunkten, nach den Gemeinsamkeiten, die die Toten miteinander in Verbindung bringen, ihn dadurch schneller zum Täter führen. Bei seinen Ermittlungen wird Vergangenes plötzlich aktuell und Jay kommt dem Mörder näher und näher…

„Die letzte Farbe des Todes“ ist der erste Kriminalroman von Philipp Reinartz und somit der erste Fall für den Ermittler Jerusalem „Jay“ Schmitt. Der Start einer neuen Krimireihe macht mich immer neugierig, der ansprechende Klappentext ließ mich auf einen spannenden Fall  hoffen. Ich würde nicht enttäuscht.  In wirklich kurzen und spannenden Kapiteln jagt der Leser  zusammen mit dem jungen und unkonventionellen Schmitt einen Mörder, der seine Leichen ungewöhnlich in Szene setzt und sie dabei auch noch mit farbigen Punkten markiert. Die Ermittlungen führen  auf der Suche nach dem Täter scheinbar einmal quer durch Berlin und zeigen eine facettenreiche und bunte Hauptstadt. Rasant und mit vielen abwechslungsreichen Handlungssträngen führt der Autor durch seinen Kriminalroman, mehr als einmal setzt er falsche Spuren bis zum schließlich überraschenden Ende. Reinartz hat einen ungewöhnlichen  Schreibstil, fast schon poetisch jongliert er mit den Worten, der Sprache und versetzt den einen oder anderen Satz mit seinem ganz besonderen Humor. Mit Jerusalem Schmitt hat der Autor einen sehr individuellen Ermittler erschaffen, sympathisch aber alles andere als langweilig, ein Mann mit Ecken und Kanten und seinen ganz eigenen Vorstellungen. Ich bin sehr gespannt, wie sich dieser Charakter im Laufe der Reihe weiterentwickeln wird.

„Die letzte Farbe des Todes“ von Philipp Reinartz ist ein wirklich gelungener Auftakt zu einer neuen Kriminalroman-Reihe. Ein interessantes Verwirrspiel und eine Mörderjagd durch Berlin, kurze, knackige Kapitel die den Spannungsbogen halten und ein toller Schreibstil mit viel Wortwitz versprechen Lesevergnügen pur. Voller Vorfreude auf den zweiten Teil der Reihe gebe ich hier gerne eine Leseempfehlung!

Das Buch kann hier bestellt werden:
Die letzte Farbe des Todes von Philipp Reinartz

Verlag: Goldmann (20. März 2017)
Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN: 978-3-442-48627-4

Samstag, 15. April 2017

Blöde Sehnenscheidenentzündung

Ihr Lieben,

derzeit  ist es bei mir mit neuen Rezensionen etwas rar, leider unfreiwillig. Eine Sehnenscheidenentzündung an der rechten Hand schränkt mich etwas ein und ich vermeide größere Belastung wo es geht. Natürlich lese ich fleißig weiter und Ihr dürft Euch bald auf Rezensionen zu folgenden Büchern freuen:

Die letzte Farbe des Todes von Philipp Reinartz



Ragdoll - Dein letzter Tag von Daniel Cole


Das Friedmann-Haus von Peter Martin



Montag, 27. März 2017

Plötzlich Gänsevater von Michael Quetting

Zum Inhalt:
Michael Quetting, Laborleiter am Max-Planck-Institut soll für ein wichtiges Forschungsprojekt Graugänsen beibringen, ihm und seinem Ultraleichtflugzeug zu folgen und  somit der Wissenschaft wichtige Daten zu übermitteln. Doch der Sommer mit den sieben Graugänsen wird für Quetting weit mehr als nur ein Projekt zu Forschungszwecken. Er wird zum Gänsepapa, sein Herz wird im Sturm von den sieben Küken erobert, sein Leben auf wundersame Weise entschleunigt.  Auf einmal  verweilt er nur im hier und jetzt und lernt, im Einklang mit der Natur und dem Rhythmus seiner sieben Gänschen zu leben. Ein Sommer zwischen Gänsekacke, Forschungsergebnissen und großen Gefühlen…

„Plötzlich Gänsevater“ von Michael Quetting ist ein Buch, das mich ab dem ersten Satz „Ich bin hochschwanger mit Neunlingen“  in den Bann gezogen und dann bis zum Ende nicht mehr los gelassen hat. Sehr anschaulich und herrlich humorvoll erzählt Quetting von seinem Sommer mit Gloria, Nils, Nemo und Co. und lässt den Leser somit teilhaben an einem einzigartigen Abenteuer.  Vom mühsamen Schlüpfen, das Entdecken der Welt bis hin zu den ersten Flugversuchen, man durchlebt zusammen mit dem Gänsepapa die verschiedenen Stadien der Gefühle wie z.B. Freude, Sorge und vor allem den Stolz auf seine Gänsekinder, hautnah mit. Der Autor schreibt absolut erfrischend, sehr persönlich und frei von der Seele weg und ich habe beim Lesen ganz oft vergessen, dass es sich hierbei ja eigentlich um ein Forschungsprojekt handelt. Die Offenheit mit der Michael Quetting auch seine persönlichen Veränderungen durch dieses Projekt beschreibt, hat mich wirklich beeindruckt und am Ende ist auch mir der Abschied von den flügge gewordenen Gänsen sehr schwer gefallen.

„Plötzlich Gänsevater“ von Michael Quetting ist viel mehr als nur ein Forschungsbericht. Es ist ein Buch über einen ganz besonderen Sommer, humorvoll  und beeindruckend, voller Gefühl, Selbsterkenntnis und wissenswerten Fakten über Gänse, die ich jetzt mit völlig neuen Augen betrachten werde. Ich habe das Buch verschlungen und von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Von mir gibt’s eine uneingeschränkte Leseempfehlung! 

Das Buch kann hier bestellt werden:
Plötzlich Gänsevater von Michael Quetting

Ludwig-Verlag (13. März 2017)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 238 Seiten
ISBN: 978-3-453-28091-5

Und jetzt lass uns tanzen von Karine Lambert


Zum Inhalt:
Marguerite und Henri führen eine unterkühlte Ehe. Er entscheidet alles in ihrem Leben und Seriosität und Ansehen stehen vor Spaß und vor allem vor der Liebe. Trotz allem war Henri eine wichtige Konstante in Marguerites Leben, bis er eines Tages stirbt. Die alte Dame fühlt sich einsam, verlassen und vor allem überfordert. Auf einmal muss sie Dinge selbst regeln und entscheiden. Während einem Kuraufenthalt lernt sie Marcel kennen, der ebenfalls verwitwet ist und  immer noch sehr darunter leidet. Die beiden kommen sich näher und zarte Bande der Liebe werden gesponnen. Doch darf man im Alter noch Liebe und Leidenschaft erleben?

Mit dem Roman „Und jetzt lass uns tanzen“ von Karine Lambert wage ich mich mal wieder weit über die Grenzen meines Lieblingsgenres „Krimi und Thriller“ hinaus und wurde für meinen kleinen Ausflug mehr als belohnt. Die Begegnung mit der 78jährigen Marguerite hat mich von Beginn an berührt. Ihre bescheidene Art, ihr liebenswertes Wesen, aber auch ihre Unsicherheit und ihre Ängste nach dem Tod ihres Mannes, ich konnte nicht anders, als die alte Dame in mein Herz zu schließen.  Auch der etwas jüngere Marcel, dessen Frau nach einem tragischen Unfall ebenfalls verstorben ist, wird von der Autorin als warmherziger und humorvoller Mensch dargestellt, Eigenschaften, die erst wieder zum Vorschein kommen, als er Marguerite kennen lernt. Karine Lambert erzählt mit wunderschöner Sprache die Geschichte einer zweiten Liebe, die auch trotz hohem Alter der ersten Liebe in nichts nach steht. Herzklopfen und Leidenschaft beflügeln und beleben das frisch verliebte Paar und vor allem Marguerite darf Gefühle erleben, die sie mit ihrem Mann Henri nie hat erfahren dürfen. Aber auch Ängste, Zweifel und vor allem Verwunderung  beherrschen die Gedanken von Henri und Marguerite. Nie hätten sie gedacht, dass sie in ihrem Alter noch zu solch leidenschaftlichen Gefühlen fähig sind.  Zwei Menschen im späten Herbst ihres Lebens haben die Liebe und das Glück neu gefunden und entdeckt und es war mir eine Freude, dass ich Marguerite und Henri hierbei begleiten durfte. 

„Und jetzt lass uns tanzen“ von Karine Lambert ist eine zauberhafte und entzückende Liebesgeschichte zweier alter Menschen, die nie auch nur eine Spur ins Kitschige ging. Mich hat das Buch berührt und verzaubert und es war eine Freude es zu lesen. Die Botschaft die es hinterlässt: Lebe und liebe, so lange Du kannst, denn liebevolle und  leidenschaftliche  Gefühle kennen keine Altersgrenze. Ich kann diesen Roman nur jedem ans Herz legen, jede Seite ist es wert, gelesen zu werden!

Das Buch kann hier bestellt werden:
Und jetzt lass uns tanzen von Karine Lambert

Diana-Verlag (6. März 2017)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 224 Seiten
ISBN: 978-3-453-29191-1