Montag, 16. Januar 2017

Hool von Philipp Winkler


Zum Inhalt:
Heiko Kolbe arbeitet im Fitness-Studio seines Onkels, ein zwiespältiger Laden mit allerlei seltsamen Gestalten. Im Hinterzimmer des Gym wechseln nicht selten diverse Drogen ihre Besitzer. Heiko hat das Abi „geschmissen“, ist Sohn eines Alkoholikers und einer Mutter, die schon lange ihre Familie verlassen hat. Er haust bei einem ehemaligen Ex-Knacki, der sich mit illegalen Hundekämpfen und dubiosen Geschäften über Wasser hält. Leben heißt für Heiko aber etwas ganz anderes, sein Leben beginnt, wenn er sich mit seiner „Familie“ den Jungs von den Hannover Hools bei sogenannten Matches die Seele aus dem Leib prügeln kann. Beim Kampf, Mann gegen Mann.  Erst dann fließt Energie durch seinen Körper, erst dann fühlt er sich geborgen und gebraucht. Doch dann beginnt seine kleine für ihn scheinbare heile Welt auseinander zu brechen….

„Hool“ von Philipp Winkler ist keine leichte Kost, wer mit roher Gewalt, Brutalität und derber Sprache nicht gut umgehen kann, sollte gleich die Finger von diesem Buch lassen. Der Einstieg beginnt brutal, die Hannover Hools haben eine Verabredung zu einem Match, irgendwo in einem wenig frequentierten Waldstück. Es fliegen Fäuste, es spritzt Blut, es splittern Zähne. Übrig bleibt Genugtuung, Befriedigung und Schwerelosigkeit, Gefühle die die Schmerzen ausschalten und die die siegreiche Gruppe, allen voran Heiko Kolbe, in absolute Hochstimmung versetzen. Solche Schlägereien sind Heikos Lebensinhalt. Meine ersten Reaktionen waren Verstörung, Ablehnung, Ekel und absolutes Unverständnis. Doch Winkler durchleuchtet das Leben und die Vergangenheit des Protagonisten Heiko Kolbe Schritt für Schritt, Seite um Seite und als Leser beginnt man ansatzweise zu verstehen, warum Heiko ist wie er ist und es kommt durchaus die Vermutung auf, dass tief in ihm eine verwundbare und verletzliche Seele steckt. Nach außen ist er der harte, verrohte Macker, der sein Leben einfach so hinnimmt, weil im alles egal zu sein scheint und dem nur eines wichtig ist, die Jungs, seine selbst gewählte Familie und sicherlich auch Fußball und der Verein Hannover 96 in weitestem Sinne. Doch dann verändert sich Heikos Welt, denn verschiedene einschneidende Ereignisse führen dazu, dass zwei seiner besten Kumpels aussteigen, ein normales Leben führen wollen. Heiko kann mit den Veränderungen und dem Verlust der Kumpels nicht umgehen, alles löst sich in Luft auf, alles wofür es sich zu leben gelohnt hat.

Philipp Winkler hat mit „Hool“ einen herausragenden, schonungslosen Roman geschrieben, ein Buch, das den Leser von seinem weichen kuschligen Sofa direkt in die harte Realität befördert. Es hat mich, zugegeben, nicht gleich von der ersten Seite weg gefesselt. Ich musste mich an den Schreibstil und die derbe Sprache erst gewöhnen, obwohl ich diesbezüglich überhaupt nicht zimperlich bin. Wenn man sich aber darauf einlässt, erkennt man die Botschaft, findet die leisen, unter die Haut gehenden Töne. „Hool“ ist voller Gewalt, Brutalität und irgendwie auch Hoffnungs- und Trostlosigkeit. „Hool“ ist schockierend und verstörend und doch auch auf seine Art sehr berührend. Ein Roman der nachwirkt, nachdenklich macht und hinterfragt werden möchte. Definitiv gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.aufbau-verlag.de/index.php/hool.html

Verlag: Aufbau-Verlag (19. September 2016)
Gebundenes Buch, 310 Seiten
ISBN: 978-3-351-03645-4 

Freitag, 13. Januar 2017

Belgravia von Julian Fellowes

Zum Inhalt:
An einem Juniabend im Jahr 1815 ruft die Herzogin von Richmond zu ihrem berühmten und glamourösen Ball, welcher viele Gäste aus den Kreisen der Reichen und Adligen Brüssels anzieht. Zu diesem Ereignis sind auch die Geschäftsleute Trenchard mit ihrer hübschen Tochter Sophia geladen. Die Familie ist durch die Geschäfte mit der Armee zum großen Geld gekommen. Was niemand ahnt, Sophia und der junge Adlige Edmund Bellasis, Erbe einer der prominentesten Familien des Landes, sind einander mehr als zugetan. Doch dann ereilt die illustre Gesellschaft kurz nach Mitternacht die Nachricht, dass Napoleon die Grenze überschritten hat. Es folgt die berühmte große Schlacht von Waterloo, bei der Edmund Bellasis auf dem Schlachtfeld getötet wird. Er hinterlässt der jungen Sophia jedoch ein kleines Andenken, ein dunkles Geheimnis, welches die Familien der beiden Liebenden auch 25 Jahre später noch verfolgt und nicht zur Ruhe kommen lässt…

In seinem Roman „Belgravia“ entführt der Autor Julian Fellowes seine Leser in die Zeit des 19. Jahrhunderts und in die Welt der englischen Aristokratie. Mit einem angenehmen und wunderbaren Schreibstil erzählt Fellowes die Geschichte über ein nicht standesgemäßes Kind und dessen Familien, die aufgrund dieses Skandals verpflichtet sind, miteinander zu verkehren und das so wichtige Stillschweigen zu bewahren. Eine Story voller Intrigen und festgefahrenem Standesdenken, voller Eifersucht aber auch voller Liebe, Hoffnung und Zuversicht. Der Autor hat mit viel Liebe zum Detail absolut authentische Charaktere erschaffen, die von der intriganten Dienerschaft, über die strenge und doch warmherzige adlige Lady bis hin zum romantischen Liebespaar alle Klischees aus dieser Zeit erfüllen. Das ist durchaus nicht abwertend gemeint, denn auch wenn in diesem Buch die große Spannung und reißerische Action fehlt, „Belgravia“ kann durch atmosphärische Szenarien und einen stimmungsvollen Erzählstil punkten und bietet somit absolut hochwertige Unterhaltung.

Ein kurzweiliger und großartiger Roman aus der Zeit des 19. Jahrhunderts und eine gelungene und bewegende Familiengeschichte. Fans von Downton Abbey kommen hier absolut auf ihre Kosten, doch auch allen denjenigen, die neugierig auf „Belgravia“ geworden sind, kann ich beste Leseunterhaltung versprechen. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung mit Hofknicks.

Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.randomhouse.de/Buch/Belgravia/Julian-Fellowes/C.-Bertelsmann/e507780.rhd

Verlag: C. Bertelsmann (14. November 2016)
Hardcover, 448 Seiten
ISBN: 978-3-570-10324-1

Sonntag, 8. Januar 2017

Minus 18 Grad von Stefan Ahnhem

Zum Inhalt:
An der schwedischen Westküste rast ein Auto nach einer wilden Verfolgungsjagd vor Augenzeugen in das Hafenbecken von Helsingborg. Für die Polizei ist klar, dass es sich um einen tragischen Unfall, eventuell unter Alkoholeinfluss, handelt. Doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon mehr als zwei Monate nicht mehr am Leben war, als das Auto ins Wasser stürzte. Doch von der Polizei befragte Zeugen behaupten, den Mann noch eine Woche zuvor gesehen zu haben. Wie ist das möglich? Kommissar Fabian Risk und seine Kollegen untersuchen den mysteriösen Todesfall. Es gibt weitere Tote, die Opfer sind allesamt vermögend und haben einen hohen Bekanntheitsgrad in der Stadt. Risk und sein Team verfolgen eine heiße Spur…Währenddessen untersucht die dänische Streifenpolizistin Dunja Hourgaard, mehr oder weniger auf eigene Faust, eine Serie von Mordanschlägen auf Obdachlose. Filme über diese Taten erscheinen kurze Zeit darauf im Internet, doch der jungen Frau wird auf ihrer Suche nach den Mördern nicht nur ein Stein in den Weg gelegt…

Mit dem Kriminalroman „Minus 18 Grad“ von Stefan Ahnhem wagte ich mich wieder einmal in die Welt der skandinavischen Krimis, die eigentlich eher nicht mein Terrain sind. Doch Ahnhem ist es gelungen mich ab der ersten Seite zu faszinieren und zu fesseln. Tiefgründig, vielschichtig und temporeich lässt der Autor den Leser an den Ermittlungen teilnehmen. Man begleitet zum einen Fabian Risk und sein Team, das fieberhaft versucht, den Mörder in der Millionärsszene aufzuspüren. Verschiedene Irrwege und unvorhergesehene Wendungen lassen dem Leser kaum Luft zum Atmen. Zum anderen verfolgt man gebannt, wie die zur Streifenpolizistin degradierte Dunja Hourgaard, trotz der Manipulation durch ihren früheren Vorgesetzten, den Fall von Happy Slapping aufzulösen versucht. Hierbei handelt es sich in der Regel um einen körperlicher Angriff, auf unbekannte Personen, die über die Veröffentlichung von mitgefilmtem Material erniedrigt werden sollen. Im Fall von Hourgaard sind die Opfer Obdachlose, die solange grausam misshandelt werden bis der Tod eintritt. Vor allem die Kaltblütigkeit, die die Grausamkeit der Tat noch unterstreicht, hat mich wirklich geschockt. Umso schlimmer, dass Happy Slapping tatsächlich auch im realen Leben immer öfter vorkommt. Obwohl die beiden Mordserien in Schweden sowie in Dänemark nicht zusammenhängen, gibt es durchaus gewisse Berührungspunkte, die ich aber hier nicht vorweg nehmen möchte. Grundsätzlich mag ich es in Kriminalromanen oder Thrillern nicht sehr gerne, wenn das Privatleben der Ermittler zu sehr im Vordergrund steht. Hier allerdings ist das Privatleben der Protagonisten wirklich spannend und interessant, denn es fließt alles perfekt ineinander und wirkt dadurch auch nicht störend. Überhaupt hat Stefan Ahnhem seine Protagonisten gut gewählt, Charaktere und Typen mit Ecken und Kanten, menschlich, lebensnah authentisch. 

„Minus 18 Grad“ von Stefan Ahnhem war mein erstes Buch des Autors und obwohl es der dritte Teil einer Reihe war, hatte ich keine Probleme der Handlung zu folgen und bin der Meinung, dass man es problemlos auch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Ich bin wirklich begeistert, endlich mal wieder ein skandinavischer Kriminalroman, der mich wirklich überzeugt hat. Spannend, voller Tempo abwechslungsreich und mit hohem Unterhaltungswert, ein echter Pageturner. Der Cliffhanger am Ende lässt erahnen, dass es bald schon den 4. Fall für Fabian Risk geben wird. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/minus-18-grad-ein-fabian-risk-krimi-3-9783471351246.html

Verlag: List/ Ullstein Buchverlage (2. Januar 2017)
Hardcover, Klappenbroschur, 560 Seiten
ISBN-13 9783471351246

Freitag, 6. Januar 2017

Fantasywoche 2017 - Eine Veranstaltung auf Facebook


Die Fantasywoche auf Facebook steht bevor. Die Online-Veranstaltung findet vom 6. bis 12. Februar 2017 statt und wird sicherlich allen Fantasy-Fans die Herzen höher schlagen lassen. Bestimmt kommen hier auch Fantasy-Neulinge auf ihre Kosten, lasst Euch einfach überraschen. Ich bin ja auch nicht gerade eine Fantasy-Expertin, doch manchmal lasse ich mich gerne in fremde Welten entführen und bin deshalb total aufgeregt und neugierig.

Was erwartet uns? 

Buchvorstellungen
Autorenlesungen
Gewinnspiele 
jede Menge Spaß uuuuund
am Ende der Woche jede Menge neue Bücher auf unserer Wunschliste :-)

Die Schirmherrinnen der Fantasywoche 2017, Emily Thomsen und Christin Burger eröffnen die Fantasywoche 2017. Vielen Dank schon mal an alle, die diese Veranstaltung möglich machen!

Hier gehts zur Veranstaltung:

Donnerstag, 5. Januar 2017

Niemandsmädchen von Eva-Maria Silber



 Zum Inhalt:
Ostfriesland: Eine Frau bringt in einem Krankenhaus ein Baby zur Welt und flüchtet kurz darauf mit dem Neugeborenen und ist wie vom Erdboden verschwunden. Zeitgleich bahnt sich in der Region eine Katastrophe an, drei Erdgaskavernen drohen zu kollabieren, die Bevölkerung im Umkreis der Gefahrenstellen muss evakuiert werden. In diesem ganzen Chaos ist die Kriminalkommissarin Hannah Adams zusammen mit der jungen Staatsanwältin Leyla Zapatka auf der Suche nach der verschwundenen Frau und vor allem nach dem Neugeborenen auf sich gestellt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn das Leben des Babys steht auf dem Spiel…

„Niemandsmädchen“ von Eva-Maria Silber ist mein erstes Buch der Autorin. Das bedrückende Thema, welches darin behandelt wird, es geht um eine Frau, die ihr Neugeborenes nicht als ihr Kind erkennt und versucht, es los zu werden, hat mich mehr als neugierig gemacht und doch konnte der Krimi meinen Erwartungen nicht so wirklich standhalten auch wenn es mit einem vielversprechenden Prolog beginnt. Mir fehlten die Hintergründe zum Verhalten der Kindsmutter, zwar kommt Einiges aus ihrem Leben ans Tageslicht, doch hätte ich mir mehr Details, vor allem aus der Vergangenheit der Frau gewünscht. Die Kriminalkommisssarin Adams war einfach nur furchtbar unsympathisch, unglaubwürdig in ihrem Handeln und vor allem in ihrer Ausdrucksweise und ihrem Verhalten. Mich hat sie irgendwann einfach nur genervt und die sich verbessernde Beziehung zu der verhuschten Staatsanwältin konnte das auch nichtwieder gut machen. Die in die Story eingebundene Katastrophe rund um die Kavernen war zwar wirklich interessant zu lesen, denn ehrlich gesagt hatte ich zuvor nie von einer Gaskaverne gehört, einen Bezug zum Kriminalfall ist allerdings nicht gegeben. Es wirkt so, als hätte die Autorin dieses Szenario nur als Lückenfüller genutzt, um die Story an sich spannender und verzwickter zu gestalten. Das ist leider nur bedingt gelungen. Das letzte Drittel wartet dann doch noch mit einer Portion Spannung und Dramatik auf und hat mich für den Rest des Buches etwas entschädigt.

„Niemandsmädchen“ hätte ein wirklich fesselndes und spannungsreiches Buch sein können, denn das Thema „Niemandskinder“ ist interessant und tragisch zu gleich. Es geht um Babys die von den Müttern bestenfalls in Babyklappen zurückgelassen werden, schlimmstenfalls gebären die Frauen die Kinder unbemerkt, töten oder entsorgen die Neugeborenen dann aber umgehend nach deren Geburt. Leider hat Eva-Maria Silber dieses Thema in einen eher oberflächlichen, nur mäßig spannenden und mit unsympathischen Protagonisten überladenen Kriminalroman gepackt. Es gab sie aber, die spannenden, dramatischen und interessanten Passagen, die mich dann doch etwas versöhnlich stimmten. Ich hätte mir viel mehr davon gewünscht. Ich kann leider keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

Das Buch kann hier bestellt werden:
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Verlag: Ullstein-Buchverlage, Midnight (14. Oktober 2016)
ePub, 200 Seiten
ISBN: 9783958190900

Sonntag, 1. Januar 2017

Saving Grace - Bis Dein Tod und scheidet von B.A. Paris

Zum Inhalt:
Die junge und bildhübsche Grace ist erfolgreich in ihrem Job als Einkäuferin bei Harrods. Dennoch ist die junge Frau Single was daran liegt, dass sich Grace aufopferungsvoll um ihre kleine Schwester Millie kümmert, die am Down-Syndrom leidet. Dieses innige Geschwisterverhältnis hat bis jetzt alle zukünftigen Lebenspartner abgeschreckt. Doch dann tritt der gutaussehende, charmante und renommierte Anwalt Jack Angel in Grace‘ Leben  und hüllt die junge Frau in ein Meer aus rosaroten Wolken. Jack trägt Grace auf Händen, liest ihr jeden Wunsch von den Lippen ab und das Wichtigste, er akzeptiert Millie, will das Mädchen sogar nach zu sich und Grace holen. Die beiden heiraten, alles scheint perfekt zu sein. Doch dann zeigt Jack ganz schnell  sein wahres Gesicht und Grace´Leben wird zum Albtraum aus dem es kein Entrinnen gibt…

„Saving Grace – Bis Dein Tod uns scheidet“ ist ein Psychothriller und das Debüt der Autorin B.A. Paris. Fast von der ersten Seite an hat mich das Buch gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen, weshalb ich es auch zügig durchgelesen hatte. Anfangs bedient sich Paris gängigen Klischees. Man lernt Grace und Jack kennen, sie, die bildhübsche erfolgreiche Single-Frau trifft auf den charmanten, attraktiven und renommierten Anwalt, sie verlieben sich und heiraten, treffen ihre ebenso attraktiven und erfolgreichen Freunde und leben glücklich und zufrieden bis das der Tod sie scheidet. Doch in diesem Thriller hört das traumhafte Leben für Grace nach der Hochzeit auf und ein wahrer Albtraum beginnt. Denn ihr fürsorglicher Ehemann Jack ist ein Psychopath und das Leben der jungen Frau liegt völlig in seinen Händen, sie ist seine Gefangene und jeder Fehler wird empfindlich bestraft. Nach außen spielen die beiden das perfekte, verliebte und absolut harmonische Ehepaar. Die Autorin veranschaulicht das Drama in zwei Handlungssträngen und Zeitstufen.  Die Protagonistin Grace erzählt ihren wahr gewordenen Albtraum  in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, B.A. Paris schafft eine unvergleichliche, düstere und beklemmende Atmosphäre und hält den Spannungsbogen permanent auf einem hohen Level. Man kommt nicht umhin, das Leid der jungen Frau förmlich am eigenen Leib und in der eigenen Seele zu spüren. Man stellt sich unmittelbar die Frage, was würde ich in solch einer Situation tun? Wie würde ich damit umgehen? Würde jemand wie Jack es schaffen, mich zu brechen? Ein bisschen erinnert mich das Buch an den Film mit Julia Roberts „Der Feind in meinem Bett“. Ob es für Grace auch ein Happy End gibt, werde ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

„Saving Grace – Bis Dein Tod und scheidet“ ist ein wahrhaft gelungenes und absolut packendes Thriller-Debüt! Beklemmend, fesselnd und absolut spannend sind nur einige Attribute, die dieses Buch zu einer dramatischen und außergewöhnlichen Lektüre machen. Die Autorin B.A. Paris werde ich definitiv im Auge behalten. Für ihr Debüt kann ich nichts anderes als eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Saving-Grace.-Bis-dein-Tod-uns-scheidet/B.A.-Paris/Blanvalet-Taschenbuch/e480050.rhd

Verlag: Blanvalet (21.November 2016)
Taschenbuch, Klappenbroschur 348 Seiten
ISBN: 978-3-7341-0263-9

Freitag, 30. Dezember 2016

Giftmorde 3 - weitere tödliche Anleitungen von Andreas M. Sturm u.a.


Zum Inhalt:
Ein Kopfgeldjäger der die Blumenpracht eines Gartens bewundert, während er auf sein Opfer wartet. Ein Ehemann, dem die Mittelalterszene wichtiger geworden ist als seine Familie und ein Wahnsinniger, der der Nachbarsfamilie zu Weihnachten ein ganz besonderes Geschenk überbringt sind nur Beispiele dafür, was den Leser in Teil drei der tödlichen Anleitungen erwartet. Außerdem treffen wir auf viele botanische Bekannte wie z.B. die beliebte Amaryllis, auch Ritterstern genannt, oder der viele Gärten zierende grüne Buchsbaum. Doch in dieser Anthologie erfreuen Sie nicht unser Auge, sondern jagen uns eine Gänsehaut über den Rücken. Passen Sie auf sich auf, der Kuchen, den ihnen ihre nette Nachbarin anbietet, könnte ihr letzter sein…

„Giftmorde 3“ ist eine Anthologie und enthält 13 giftig-böse Kurzkrimis von verschiedenen renommierten Krimi-Autoren. Den Leser erwartet ein bunter Strauß bitterböser und kurzweiliger Geschichten, in denen sarkastisch, gnadenlos und gehässig erzählt wird, wie diverse Probleme kurzer Hand oder auch langfristig geplant mit Hilfe von Blüten, Samen und Blättern, gelöst werden. Man wird hinabgezerrt in den Abgrund menschlicher Seelen und liest doch atemlos und gebannt Seite um Seite, Geschichte um Geschichte. Zwar hat mich nicht jede dieser Erzählungen gleich begeistert und doch war jede auf ihre Art ganz besonderes. Auf die jeweiligen Inhalte möchte ich nicht näher eingehen, um andere Leser von „Giftmorde 3“ nicht um ihre Spannung  zu bringen, dennoch möchte ich erwähnen, dass vor allem drei Geschichten mich schwer beeindruckt haben. Zum einen „Das Leid der Anderen“ weil sie mich völlig überrascht hat, zum anderen „Weihnachten in Familie“, diese Story hat mich einfach geschockt und dann noch „Kokosöhrchens düstere Rache“ (ich hätte mich ja alleine schon dafür gerächt, dass mir jemand so einen Namen gibt!), denn hier hat der Autor mich echt berührt und auch traurig gestimmt. 

„Giftmorde 3“ darf im Bücherregal eines Krimifans nicht fehlen, denn das Buch bietet spannende und abwechslungsreiche Unterhaltung und bereitet  ganz besondere Freude (mir jedenfalls), wenn die tödlichen Anleitungen dem Mann zu Hause die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Mir war nicht bewusst, mit wie vielen giftigen Pflanzen wir Menschen uns umgeben und wie sie mit ihrer Schönheit ihre tödlichen Inhaltsstoffe geschickt zu tarnen verstehen. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung und den Tipp: Passen Sie auf sich auf, es kann uns alle erwischen!

Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.amazon.de/Giftmorde-3-weitere-t%C3%B6dliche-Anleitungen/dp/3946734081/ref=sr_1_6?s=books&ie=UTF8&qid=1483084016&sr=1-6&keywords=giftmorde

Verlag: edition krimi; Auflage: 1 (29. November 2016)
Taschenbuch: 260 Seiten
ISBN-13: 978-3946734086